WILLKOMMEN!
KURTS BLOG
KURTS KALENDER
KURTS LESERBRIEF
KURTS LESEPROBE
GOOD NEWS
MITGLIEDSCHAFT
VERLAG DER OWA
HEILPRAKTIKER
DER BUCHLADEN
GESTALTTHEORIE
DROMEDARY CLUB
SHG HEXENTEICH
EMPFEHLUNGEN
IMPRESSUM



Kurts Sonntags-Bio-Blog (www.Ostzwestfalen-Akademie.de) Borgentreich-Bühne, 17. März 2019
„Arbeit macht frei!“ Mit diesem Spruch haben die Nazis ihre Opfer grausam getäuscht und verhöhnt. Dass VW-Chef Herbert Diess mit seinem dämlichen "Ebit macht frei" wissentlich daran erinnert hat, möchte ich nicht glauben. Dennoch gibt mir die VW-Story zu denken. Mit dem „Volksauto“ hat Adolf Hitler seine „Volksgemeinschaft“ 1937 beglückt. Die Nationalsozialisten haben das „Volk“ nach Strich und Faden belogen, betrogen, haben alle vorstellbaren und unvorstellbaren Verbrechen begangen. Der Volkswagenkonzern von heute hat mit seinen Machenschaften und Manipulationen, die im vergangenen Jahr aufgedeckt wurden,  Millionen von Kunden nach Strich und Faden beschissen. (Im „Dritten Reich“ gab es – nebenbei bemerkt – den Witz vom verstorbenen Michel, der sich im Himmel darüber wundert, dass ihm, als er das dortige WC aufsuchen musste, von unten pausenlos „Heil!“ zugerufen wird. Petrus klärt ihn auf: „Du bist wohl versehentlich auf der Wolke siebzehn gelandet. Die liegt genau über Deutschland. Je mehr das Volk dort beschissen wird, desto lauter schreit es „Heil!“) Was aber ist heute die Folge des VW-Beschisses? Man kauft und kauft und kauft: die Umsatzzahlen des Konzerns sind kräftig gestiegen. Das treue „Volk“ der Deutschen tut eben, was es immer tut: es „volkt“, das heißt: es läuft Verbrechern und Heuchlern ergeben hinterher. Ich jedenfalls kaufe keinen Volkswagen. Mir gefällt schon der Name nicht.

Kurts Sonntags-Blog (www.Ostwestfalen-Akademie.de) Borgentreich-Bühne, 10. März 2019 Ich verstehe das Sturmtief „Bennetta“ (wie es zutreffenderweise heißen muss) vom vergangenen Rosenmontag als wohlmeinende Warnung, als eine Message etwa folgenden Inhalts: Liebe Leute, lasst ab von euren geistlosen Vorhaben! Verplempert nicht eure Zeit mit dem Schneidern von Kostümen und dem Aufbau von Karnevalswagen mit ihren Geschmacklosigkeiten und Dummheiten. Spannt keine Pferde vor die Karren eurer Schaulust! Pferde haben auch ohne Karnevalsumzüge genug zu leiden! Widersetzt euch der Massenvergiftung mit Fusel und Industriezucker! Macht euch keine Illusionen über den Sinn eures Tuns! Dass ihr Politiker und sonstige Mächtige im Karneval auf die Schippe nehmt, wird diese nicht dazu bewegen, in sich zu gehen. Sie werden euch sogar applaudieren, um ihre Volksverbundenheit zu demonstrieren. Politiker sind aber nicht dem Volk verbunden, Politiker sind immer und ausschließlich sich selbst verbunden. Es hat keinerlei Wert, ihnen am Karneval die Stirn zu bieten. Hoffnung gäbe es nur, wenn ihr ihnen das gesamte Jahr über die Stirn bieten und ihnen ihre Gleichgültigkeit gegen Armut, Mietwucher und Umwelt unter die Nase reiben würdet. Vergesst auch nicht, dass Hitler die Olympischen Spiele 1936 nach Deutschland geholt hat, um von den Grausamkeiten und Verbrechen abzulenken, die er mit seinen Komplizen sorgfältig vorbereitetet hat. Der römische Dichter Juvenal hat vor zwei Jahrtausenden erkannt: man muss den Massen ein Schauspiel bieten, damit sie ihren Führern und Verführern aus der Hand fressen. Diesen Grundsatz goss er in die auch heute gültige  Formel: Panem et circenses! Frei übersetzt bedeutet das: Bratwurst, Bier und Bundesliga.

Kurts Karnevals-Blog (www.ostwestfalen-akademie.de) Bühne, Montag, 3. März 2019 Etliche meiner Follower fragen immer wieder, warum auf meinem Absender SHAKESPEARESTADT BÜHNE zu lesen ist. Ich möchte diese Frage heute absolut wahrheitsgemäß beantworten. Wegen ihres in kurzen Abständen rezidivierenden Flohmarkts plustert sich eine überflüssige Stadt Nordhessens auf zur DOKUMENTASTADT KASSEL. Da vor Jahrhunderten ein anonym gebliebener Warburger Bürger irgendwo ein Säckchen Salz gekauft hat, stolziert die unansehnliche Stadt Warburg unbekümmert als HANSESTADT WARBURG daher. In Anbetracht der Pfeifen, die sich in Borgentreich niedergelassen haben, stilisiert sich die indifferente Stadt Borgentreich zur ORGELSTADT BORGENTREICH. Diesem aufgelegten Schwindel wollte ich etwas entgegensetzen und habe daher das Tausend-Seelen-Dorf Bühne umgetauft in SHAKESPEARESTADT BÜHNE. Das hat immerhin eine veritable, nachvollziehbare und historisch einwandfrei nachweisbare Grundlage (All the world’s a stage, As you like it 2,7).  

Kurts Sonntags-Blog (www.Ostwestfalen-Akademie.de) Borgentreich-Bühne, 24. Februar 2019 „Wer Jogginghosen trägt, hat die Kontrolle über sein Leben verloren.“ Karl Lagerfeld, der dies meinte, hatte sie, die Kontrolle über sein Leben, über seine Arbeit, über seine Kleidung und über seinen Umgang. An ihn muss ich denken, wenn ich in einem Vier- oder Fünfsterne-Hotel frühstücke. Ich setze mich dann nach Möglichkeit so, dass ich nicht sehen muss, wie Hotelgäste in unsäglichen T-Shirts, zerbeulten Windjacken und den unvermeidlichen Jogginghosen den Frühstücksraum bevölkern und auf dem Weg vom Buffet zu ihrem Tisch sich schon etwas ins Maul stopfen.  Das Schlimme daran ist, dass ich für dieses Trauerspiel bezahlen muss. Etwas leichter zu ertragen ist all das in meinen Seminaren, denn da verdiene ich Geld und das tröstet mich hinweg über den Anblick von grottig schlecht gekleideten Teilnehmern, die in geschlossenen Räumen Wasser aus der Flasche trinken. Auf den Gesellschaften, die Karl Lagerfeld gab, war es strikt untersagt, über das Wetter zu sprechen. So war man gezwungen, entweder etwas Sinnvolles zu sagen oder die Klappe zu halten. Die meisten Gäste werden sich wohl an eine Botschaft des Hiob gehalten und geschwiegen haben: „Wollte Gott, ihr schwieget: so würdet ihr weise“ (Hiob 13,5). Diese Botschaft lesen wir auch bei Boethius im Trostbuch der Philosophie (II,7): "Si tacuisses philosophie mansisses!" Danke, lieber Karl Lagerfeld! Du kreierst jetzt im Himmel die Haute Couture der Erzengel und sorgst für gefällige Prêt-à-Portees der gewöhnlichen Engel. Sorge bitte dafür, dass wenigstens im Himmel niemand über das Wetter spricht, damit mir nicht die Freude an den exquisit gekleideten Erzengeln verdorben wird, die so schön wie Ina Weisse sind und mit denen ich zu gegebener Zeit gepflegten Umgang haben werde.

Kurts Sonntags-Blog (www.Ostwestfalen-Akademie.de) Borgentreich-Bühne, 17. Februar 2019
In Deutschland nehmen sich etwa 12.000 Menschen pro Jahr das Leben. Damit nehmen sie auch all denen, die sie lieben, Lebensfreude, Hoffnung und Glück. Die Selbstmordrate erreicht mit 50 bis 54 Jahren einen ersten Höhepunkt, flacht vorübergend ab und verdoppelt sich im Alter ab 90 Jahren. Der Suizid wird in allen Weltreligionen als schwere Sünde betrachtet. Dem könnte man allenfalls folgen, wenn die Selbsttötung eigenverantwortlich und bei voller Zurechnungsfähigkeit erfolgt, wenn es sich um einen Bilanzsuizid handelt, wie die Psychiater es nennen. Gerade der dürfte äußerst selten vorkommen, wenn es ihn überhaupt gibt. Der Suizid eines Menschen ist der letzte Ausweg, den dieser Mensch sieht; er beruht auf einem Kollaps der Psyche. Das einzige Mittel ihn zu verhüten ist erfreulich wirkungsvoll: reden, reden und nochmals reden. Genau das wird aber durch das ekklesiogene Suizid-Tabu vereitelt. Der regelmäßige Besuch von Selbsthilfe- und Selbsterfahrungsgruppen kann helfen. Den gleichen Dienst könnten im Grundsatz die Hauskreise kirchlicher Gemeinden tun; sie müssten sich dann allerdings entschließen, zumindest gelegentlich menschenzentriert und nicht schriftzentriert zu arbeiten. Die Hinwendung zum Menschen gelingt den etablierten, staatsverbundenen Kirchen überhaupt nicht, den freien, vom Staat unabhängigen Kirchen etwas besser.  

Kurts Blog (www.ostwestfalen-akademie.de)
Bühne, Freitag, 8. Februar 2019
Am 27. Januar 2019, dem Tag der Befreiung von Auschwitz, haben in den evangelischen Gemeinden Thüringens wieder die Kirchenglocken geläutet, recht kräftig auch von den Türmen derjenigen Gemeinden, in denen Glocken mit bronzenen NS-Widmungen hängen. Die Evangelische Kirche in Mitteldeutschland (EKM) hatte diesen Gemeinden angeboten, die Nazi-Widmungen auf Kosten der EKM abschleifen zu lassen. Die Kirchenräte dieser Gemeinden wollten aber lieber ihre guten alten Nazi-Glocken in ursprünglicher Hitler-Pracht behalten. Warum? Vielleicht, weil die treuen Gemeinden unbeirrbar und unbelehrbar am kranken Judenhass Martin Luthers festhalten, den sie in den Jahren 1933 bis 1945 offen ausleben konnten, den sie heute mehr schlecht als recht verstecken? Dieser Judenhass wurde am 27. Januar als anonymer Schall von den Nazi-Glocken in die Landschaften Thüringens geweht. Die Opfer des Holocaust wurden dadurch in subtiler Weise verhöhnt. Wo ist die deutsche Staatsanwaltschaft, welche diese infame Form der Leichenschändung anklagt und verfolgt? Noch wäre es Zeit, noch beherrscht nicht die kornblumenblaue Pest unsere Gerichte! (Vgl. Reinhard Schramm, Kirchenglocken mit Hakenkreuzen, Jüdische Allgemeine, 07.02.2019, S. 2!) 

Kurts Blog (www.ostwestfalen-akademie.de)
Bühne, Sonntag, 3. Februar 2019 Krebs ist eine schwere, oft tödlich verlaufende Krankheit. Möchtest du dich vor ihr schützen? Dann trinke keinen Alkohol! Möchtest du sie verhüten? Dann rauche nicht! Alkohol und Nikotin sind krebserzeugende Gifte. Darüber besteht in der Fachwelt nicht der geringste Zweifel. Wer seinen Verstand noch nicht versoffen und seinen Geist noch nicht mit Tabaksqualm vernebelt hat, der weiß das auch. Bei jeder, ausnahmslos bei jeder Aufnahme in einer Klinik und bei jeder Vorstellung in einer Praxis wird der Patient gefragt, ob er Alkohol trinkt und ob er raucht. Warum wohl? – Was lese ich eben im Frühjahrsprogramm 2019 der Volkshochschule Beverungen? In der Rubrik „Gesundheit/Ernährung“ bietet diese Schule der Unvernunft insgesamt elf Kurse an. Allein in fünf von diesen "Gesundheitsseminaren" über „Whisky-Tasting“ und „Sommerweine“ lernt der bildungsbedürftige Bürger, wie er sich qualifiziert vergiftet. Ich nehme an, das toxische Menu der VHS wird bald ergänzt durch Raucherkurse, Zigarrenseminare und Pfeifenrunden. Die „Volkshochschule“ ist ein Lieblingskind der Politik und gleicht ihr in vielerlei Hinsicht: sie ist volksnah, hegt und pflegt den gesundheitsschädlichen Irrtum und hütet die Tradition gemeingefährlicher Dummheit.

Kurts Blog (www.ostwestfalen-akademie.de)
Bühne, Dienstag, 30. Januar 2019
Es ist der 10. März 1943. Auf dem Schulhof der Jüdischen Schule in Plovdiv werden 600 bulgarische Juden zusammengetrieben. Sie sollen in die Lager der deutschen Massenmörder deportiert werden. Kyrill, der Metropolit der orthodoxen Kirche, hört davon. Er eilt zum Schulhof, steigt über den Zaun und ruft: „Wo ihr hingeht, da will auch ich hingehen.“ Der mutige Widerstand Kyrills hat breiten Widerstand in der Bevölkerung und unter Bulgariens Parlamentariern ausgelöst. Der Zar Boris sah sich schließlich genötigt, den verbündeten Deutschen die Auslieferung der 49.000 Juden zu versagen. Ich lese das in der Jüdischen Allgemeinen vom 10.01.2019. Wäre ich so mutig gewesen? Ich glaube nicht. Wenn aber doch, dann verdiente ich ein Christ genannt zu werden.

Kurts Blog Nr. 22 (www.ostwestfalen-akademie.de)
Bühne, Freitag, 11. Januar 2019 Lara Kollab ist eine junge amerikanische Ärztin mit palästinensischen Wurzeln. Sie arbeitet an einer Klinik in Ohio. In sozialen Medien verkündet sie, Juden seien „Hunde“, Israel müsse man mit  Nazideutschland vergleichen, der Holocaust sei ein Gerücht. Sie bittet Allah, die Juden zu töten und erklärt, sie würde „absichtlich allen Juden die falschen Medimante geben“. Die Ärztin Lara Kollab wurde daraufhin von ihrer Klinik gefeuert. Das mag beruhigen. Doch solange Schurken wie Trump in den Vereinigten Staaten zum Präsidenten gewählt werden können, besteht kein Anlass zur Entwarnung. Das Beispiel Lara Kollab zeigt: gegen die virulente Geisteskrankheit, die sich anfangs als „Israelkritik“ tarnt und nach kurzer Inkubationszeit als florider Antisemitismus ausbricht, bietet ein akademisches Studium keinerlei Schutz, weder das Studium der Theologie, noch das Studium der Rechtswissenschaft, am allerwenigsten das Studium der Medizin.    

Kurts Epiphanie-Blog Nr. 21 (ostwestfalen-akademie.de)
Bühne, Sonntag, 6. Januar 2019
„Als sie den Stern sahen, wurden sie von sehr großer Freude erfüllt“ (Mt 2,10). Heute auf den Tag sind es 27 Jahre her, dass ich den letzten Tropfen Alkohol zu mir genommen habe. Wie ich das geschafft habe? Ich habe es gar nicht „geschafft“. Ich bin nur dorthin gegangen, wo regelmäßig zwei oder drei in Seinem Namen beisammen, man kann auch sagen: guten Willens sind. Das Beisammensein solcher Menschen nennt man ein Meeting. Ob man die Kraft, die in den Meetings der Anonymen Alkoholiker entsteht, als synergetische Dynamik, Höhere Macht oder einfach als Gott bezeichnet, ist nicht wesentlich. Hingehen muss man aber schon. Viele Meetings bringen nämlich viel, wenige Meetings bringen wenig, keine Meetings bringen gar nichts. Ich habe mich seinerzeit für viele Meetings entschieden, für Weihrauch, Myrrhe und Gold. Das war eine verdammt gute Entscheidung, sage ich Euch!

Kurts Silvester-Blog Nr. 20 (ostwestfalen-akademie.de)
Bühne, Montag, 31. Dezember 2018
„Eigentlich schade, dass der jiddische Wunsch ‚gut Rosch!’ (vom hebräischen Wort für ‚Kopf, Start, Anfang, Beginn’) nicht mehr verstanden wird und zum gedankenlosen „guten Rutsch“ verkommen ist. Deiner lieben Frau und der ganzen Ostwestfalen-Akademie ein erfolgreiches, gesegnetes Jahr 2019! Dein Konrad.“ Diese guten, schönen Worte schrieb unser Mitglied Msgr. Prof. Dr. Konrad Schmidt. Ja, dass aus dem sinnvollen „gut Rosch“ das peinlich-dumme „guten Rutsch“ geworden ist, muss man sehr bedauern. „Ruten Rutsch“ ist aber bezeichnend für ein Volk, welches eisern an barbarischem Brauchtum und dämlichen Traditionen festhält. Diesem Brauchtum werden in wenigen Stunden wieder Würde und Vernunft geopfert, wenn betrunkene Deutsche mit blödem Böllern Millionen unschuldiger Tiere in Todesangst versetzen und unserem geschundenen Klima einen weiteren Schlag versetzen. Und warum das alles? Weil es sich eben so gehört! Weil das die Sitte ist! Weil man das so macht! Was sagte noch Albert Einstein? Er sagte: „Um ein brauchbares Mitglied einer Schafsherde zu sein, muss man vor allem ein Schaf sein.“ Gut Rosch!  

Kurts Blog Nr. 19 (ostwestfalen-akademie.de)
Bühne, Donnerstag, 27. Dezember 2018
„Weihnachten in der Klapse ist auch nicht der Knaller!“ jammert ein rückfälliger Alkoholiker. Was dieser junge Mann vergisst: seine wiederholten Aufenthalte in der Klapse werden nicht von ihm, sondern von den arbeitenden und steuerzahlenden Normalos finanziert. Um ohne Suff leben zu können, braucht man keine „professionelle Hilfe“ und auch keine „psychosomatischen Kliniken“. Es reicht vollkommen die Bereitschaft, es mit einfachen und kostenlosen Methoden wie dem REGELMÄSSIGEN Besuch einschlägiger Meetings zu versuchen. Wer morgens Gott um Nüchternheit bittet und sich abends bei ihm für den nüchternen Tag bedankt und dies ebenfalls REGELMÄSSIG tut, der wird mit absoluter Sicherheit nüchtern werden und nüchtern bleiben – es sei denn, er macht das alles, um schließlich sagen zu können: „Ich bin mit einer furchtbaren Krankheit geschlagen. Selbst Gott hat mir nicht helfen können.“  

Kurts Blog Nr. 18 (ostwestfalen-akademie.de)
Bühne, Donnerstag, 23. Dezember 2018
Viel zu lesen ist dieser Tage über Helmut Schmidt und in der Tat gibt es viel Gutes über ihn zu sagen: sein entschlossenes Handeln bei der Flutkatastrophe, seine beherzten Angriffe auf die CSU und ihren Vorsitzenden, vor allem seine Arbeit als Herausgeber der Wochenzeitung „Die Zeit“. Dass er Visionen mit Halluzinationen verwechselte, soll man dem Politiker Helmut Schmidt nicht ankreiden, doch wird ausgerechnet dieser dumme Schmidt-Spruch unentwegt wiederholt, vorzugsweise von denen, die den Unterschied zwischen Visionen und Halluzinationen ebenfalls nicht kennen. Unbedingt in Erinnerung zu rufen wären dagegen Helmut Schmidts Ergebenheitsadressen an die „Herren Kameraden von der Waffen-SS“ und sein Einsatz für den Kriegsverbrecher und Mörder Herbert Kappler, dem SS-Mann und Leiter des SD in Rom. Davon liest man wohl nur in der „Jüdischen Allgemeinen“ (20.12.2018, S. 19, Benjamin Ortmeyer, Knacks im Vertrauen zum Führer).  

Kurts Blog Nr. 17 (ostwestfalen-akademie.de)
Unterwegs im Auto, Donnerstag, 13. Dezember 2018
Wenn ich im Auto fahre, höre ich am liebsten das Klavierkonzert von Peter Tschaikowsky. Manchmal schalte ich auch einen Sender ein. Richtig unterhaltsam, was man da alles zu hören bekommt! Zum Beispiel diesen Werbedialog: „Er: Schatz, ich mache drei Kreuze, wenn ich mal nicht mehr arbeiten muss! Sie: Dann mach doch sechs Kreuze, damit ich auch nicht mehr arbeiten muss.“ Die Botschaft dieser meisterhaften Werbung ist: Arbeit ist ein Fluch, dem man nur durch Wohlstand entkommen kann; zu Wohlstand gelangt man aber nicht etwa durch Weiterbildung und Fleiß, sondern durch die staatliche (!) Lotterie. Übrigens: Was haben Volksvertreter, Staubsaugervertreter und Versicherungsvertreter gemeinsam? Versicherungsvertreter verkaufen Versicherungen. Staubsaugervertreter verkaufen Staubsauger.

Kurts Blog Nr. 16 (ostwestfalen-akademie.de)
Steinheim, Mittwoch, 12. Dezember 2018 Heute wurden in Steinheim sieben Stolpersteine in das Pflaster der Bürgersteige eingelassen, einmal drei und an anderer Stelle vier. Ich möchte nicht wissen, welcher behördliche Aufwand erforderlich gewesen ist, um die Anlieger vom Sinn dieser Maßnahme zu überzeugen. Einen Sinn haben sie aber unzweifelhaft, diese Stolpersteine. Sie werden den einen oder den anderen vielleicht darüber nachdenken lassen, ob die Verbrechen an den Schöpfern unserer Zivilisation der Vergangenheit angehören oder ob sie sich nicht gerade wiederholen, wenngleich mit subtileren und weniger auffälligen Methoden. – Ich jedenfalls fühlte mich heute morgen hoch geehrt, denn Alexander Kogan, der Vorsitzende der Jüdischen Kultusgemeinde Paderborn, fand meine Dromedary News vom November würdig genug, um sie beim Legen der Stolpersteine zu verlesen. Es gibt Augenblicke, da denke ich, es kann doch noch etwas aus mir werden. (Ach ja, ich habe noch eine Null-Euro-Quizfrage mitgebracht. Es waren unter anderem ein katholischer und ein evangelischer Geistlicher zugegen. Beide waren zum jüdischen Gast freundlich, einer von beiden spürbar freundlicher. Wer?)  

Kurts Blog Nr. 15 (ostwestfalen-akademie.de)

Paderborn, 10. Dezember 2018

Chanucka! Ich war gestern eingeladen und durfte in der Synagoge eine Chanuckakerze anzünden, um Licht in die Dunkelheit zu bringen. Ich glaube, das ist sogar unsere wichtigste Aufgabe im Leben: für Licht zu sorgen, für das Licht der Liebe, für das Licht der Hoffnung, für das Licht der Erkenntnis. Viele Sprachen waren zu hören: Hebräisch, Russisch, Englisch, Spanisch und natürlich auch Deutsch. Das koschere Festmahl ist vorzüglich gewesen und die unbekannten Speisen haben mir vortrefflich gut geschmeckt auf den weißen Tellern mit dem blauen Davidstern. Welch ein angenehmer Kontrast zu den niveaulosen Weihnachtsfeiern, auf denen sich das Christenvolk mit Glühwein zudröhnt! Alexander Kogan hat die Feier geleitet, mit der ihm eigenen vorbildlichen Geduld und Freundlichkeit. Vielleicht hat sich seine Art auf die Gäste übertragen: am Buffet gab es kein Gedränge, ein jeder war des anderen Freund.   Kurts Blog (ostwestfalen-akademie.de) Paderborn, 1. Dezember 2018 Ulla kommt heute aus den weißen Alpen zurück und ich hole sie am Busbahnhof Paderborn ab. Ich bin um 6 Uhr losgefahren, um in der Bahnhofsbäckerei zwei von den herrlichen Mettbrötchen mit Lauch und gehackten Zwiebeln sowie eine Tasse zu genießen. In der Lange-Werbung ist das Model Vanessa zu sehen; Vanessa ist vor Jahren mein Personal Assistant gewesen. Die hübsche und wohlerzogene Verkäuferin wünscht mir ein „schönes Wochenende“. Die meisten Menschen sind auf dem Weg zurr Arbeit; sie treiben das Steueraufkommen in die Höhe, damit die Finanzämter endlich aus ihren Elendsquartieren heraus können. Fünf oder sechs betrunkene Jungendliche beschmutzen das Bild des beginnenden Tages. Sie halten mit der Linken ihr (vermutlich geklautes) Handy ans Ohr, mit der rechten umklammern sie ihre Bierflasche. Wo sie stehen, ist der Boden nass. Verschüttetes Bier? Öffentliches Ärgernis? Oder beides? Niemand schreitet ein gegen das pöbelnde Gesindel. Weit und breit kein Polizist zu sehen! Man müsste ... Endlich kommt Ullas verspäteter Reisebus und wir fahren heim. Vielleicht ist es das kleinere Übel dergleichen Erscheinungen auszuhalten, obwohl ich nicht einsehe ... doch was kümmert's mich?! Ich danke Gott, dass ich nicht in der stinkenden Stadt wohne.

Kurts Blog Nr. 14 (ostwestfalen-akademie.de)
B
ühne, 23. November 2018

„Ich heiße Kurt und bin Alkoholiker.“ Der wohlmeinende Laie, der – wie es Laienart ist – alles besser weiß, korrigiert mich: „Du warst mal Alkoholiker.“ Warum sage ich, der ich seit nun fast 27 Jahren keinen Tropfen Alkohol zu mir genommen habe, immer noch: „Ich heiße Kurt und bin Alkoholiker“? Ich sage das, damit ich nicht vergesse, dass ich aus genetischen oder lebensgeschichtlichen Gründen allergisch auf Alkohol reagiere. Ich sage das, damit sich Rausch, Absturz und Abstieg nicht wiederholen.
„Unsere Generation will sich nicht mehr derart in Haftung für unsere Vergangenheit nehmen lassen“, meinte der nassforsche Friedrich Merz im Jahr 2000. Er denkt heute noch genauso und wärmt diesen brandgefährlichen  Unsinn wieder auf. Dass ein gewissenloser Politiker (wenn dieser Pleonasmus erlaubt ist) so spricht und so denkt, das ist nicht der Skandal. Der Skandal ist, dass dies kaum jemanden aufregt und man mit solchen Ansichten durchaus Parteivorsitzender einer christlichen Partei werden kann.    
 
Kurts Blog Nr. 13 (ostwestfalen-akademie.de)
Bühne, 22. November 2018

In Bühne hat es den ersten Schnee gegeben. Er ist wieder weggetaut, doch ich habe Frau Holle gebeten, noch einmal nachzulegen. Mein Essay „Religiöser Konkretismus“ ist fertig. Er soll als „Heureka Nr. 55“ zu Weihnachten an unsere Mitglieder verschickt werden. Jetzt lasse ich ihn zum Nachreifen liegen; nach zwei Wochen nehme ich ihn mir dann noch einmal vor. Ulla hat einen Weihnachtsstollen gebacken, den sie aus ähnlichen Gründen liegen lässt, bevor er angeschnitten werden darf. Unsere Weihnachtsbeleuchtung hat auch schon gestrahlt. Es wird also Zeit mit meinem vorweihnachtlichen Morgenritual zu beginnen. Was das ist? Ich zünde eine Kerze an und bastle am Adventskalender für das nächste Jahr. Der Adventskalender 2018 war überraschend schnell ausverkauft. Ich lasse noch einen kleinen Vorrat nachdrucken.

Kurts Blog Nr. 12 (ostwestfalen-akademie.de)
Bühne, 20. November 2018

Die Luft ist kälter geworden und zu Bo0den fällt ein dünner weißer Vorhang aus sechseckigen Eiskristallen, denen unsere Sprache den poetischen Namen Schneeflocke gegeben hat. Ich sehe aus dem Fenster und meine Erinnerung geht zurück an eine Begebenheit, die mehr als fünfzig Jahre zurückliegt. Es mag wohl in Winterberg gewesen sein, als ich damals aus dem Zug stieg, gemeinsam mit vielen anderen Menschen. Plötzlich stand ich einer jungen Frau gegenüber. Ich sah ihren Atem in der kalten Schneeluft und unsere Augen trafen sich für eine winzige Sekunde glücklichen Einvernehmens. Wir sprachen kein Wort, die Zeit stand still. Ich sehe auch heute ihre blauen Augen und die goldenen Haare, mit denen die Schneeflocken spielten. Nie wieder habe ich mich einem Menschen so nahe gefühlt. Es war eine Sekunde, die ich immer wieder durchlebe. Das ist alles, was ich erzählen kann. Diese Geschichte hat keinen Anfang und kein Ende. Ich nenne sie Begegnung.

Kurts Blog Nr. 11 (ostwestfalen-akademie.de)
Bühne, 18. November 2018

Ich sollte eigentlich zufrieden sein. Zu meinem Geburtstag erhielt ich eine erkleckliche Zahl von Briefen und Karten. Vielen Freunden bin ich es wert gewesen, Papier und Tinte zu bemühen, den Bogen zu falten, eine bunte Briefmarke auf den Umschlag zu kleben. Doch mit Abstand die meisten Wünsche kamen auf elektronischem Wege daher: ohne Grammatik und Interpunktion, manchmal mit mehr Ikons als Worten. Wir verlernen es nach und nach, uns Mühe zu geben und unsere Sprache zu pflegen. Dabei verkümmert unser Denken. Wir entmündigen uns selbst und bereiten unsere Unterwerfung vor. Wenn es wieder soweit ist, fragen wir scheinheilig: wie konnte das geschehen?Das alles beglückt mich beim Lesen eines Buches: das Papier zu fühlen, eine Buchseite umzuschlagen, mit dem grünen Bleistift von Faber-Castell am Text zu arbeiten, das Lesebändchen einzulegen, die lederne Buchhülle zu streicheln, die das kostbare, oft leinengebundene Werk behütet. Zum Geburtstag habe ich mir ein Reiseetui mit Bleistift und Füllfederhalter geschenkt, denn „es gibt sie noch, die guten alten Dinge“. Aber sie werden seltener und teurer.  

Kurts Blog Nr. 10 (ostwestfalen-akademie.de)
Berlin, 15. November 2018

Ich sitze beim Frühstück in einem Viersterne-Hotel in Berlin. Ein Gast bereitet sich am Buffet einen Tee, pustet zur Kühlung über die Tasse und schlürft ein Schlückchen. Eine Frau mit T-Shirt und Sneakers nimmt sich eine Schale Müsli und gießt Milch darüber; auf dem halben Weg zu ihrem Tisch hält sie inne, stopft sie sich einen großen Löffel Müsli in den Mund und geht kauend die letzten Meter bis zu ihrem Tisch. Diese Beobachtungen erfüllen meine Seele mit Frieden und Zufriedenheit, denn ich bin heute glücklich darüber, dass ich nicht versucht habe, meinen Traum vom eigenen Hotel zu verwirklichen. Es wäre nicht gut gegangen, denn zu vielen, wenn nicht allen Gästen hätte ich Hausverbot erteilen müssen. Geeignetes Personal hätte ich auch kaum gefunden. Ungeeignet wäre beispielsweise jemand, der mich im Frühstücksraum nach der Zimmernummer fragt, bevor ich Platz genommen habe. Für anständige Brötchen hätte ich allerdings gesorgt. Und natürlich auch für duftenden Kaffee. Selbstverständlich würde dazu Kaffeesahne gereicht werden, denn allein die gibt dem Kaffee die einladende goldene Farbe, die aus dem Morgen einen vielversprechenden Morgen macht.

Kurts Blog Nr. 9 (ostwestfalen-akademie.de)
Bühne, 14. November 2018

Ich habe mir einen neuen Füllfederhalter und ein neues Schreibetui gekauft. Wozu diese Ausgaben? Ich halte das Schreiben, das richtige Schreiben mit richtiger Tinte auf richtigem Papier, für den Inbegriff der Kultur, fast so edel wie Klavierspielen. Daher liebe ich auch Bücher, die man anfassen, über deren Seiten man streichen kann. Bei den E-Books kann man das nicht. Daher habe ich auch fast ein schlechtes Gewissen, dass mein literarischer Adventskalender gedruckt und nicht wirklich „gebastelt“ wurde. Daher freue ich mich ganz besonders über handgeschriebene Briefe, die in einen Umschlag gesteckt wurden und für die eine schöne Briefmarke ausgesucht wurde. Heute habe ich viele solcher Briefe öffnen und lesen dürfen.  

Kurts Blog Nr. 8 (ostwestfalen-akademie.de)
Bühne, 13. Oktober 2018

Der ganz und gar menschliche Geist schützt uns vor mancherlei Irrtümern. Wer davon überzeugt ist, dass es sich der Heilige Geist in seiner Seele buchstäblich gemütlich gemacht hat, der ist mit der ersten Form des Geistes allerdings nicht im Übermaß gesegnet.  

Kurts Blog Nr. 7 (ostwestfalen-akademie.de)
Bühne, 10. August 2018

Homöopathie ist alles andere als plausibel und wissenschaftlich belegt ist sie natürlich auch nicht. Dennoch erfreut sie sich in Deutschland – anders als in anderen Ländern – größter Beliebtheit. Der Grund dafür ist einfach: wir Deutsche sind nicht das Volk der Dichter und Denker, wir sind das Volk der Leichtgläubigen und Spinner. So und nur so ist übrigens auch zu verstehen, dass der „Führer“ Millionen biederer Bürger mit Unsinnssprüchen wie „Die Juden sind unser Unglück“ für die Duldung, Billigung und Begehung schwerer Verbrechen begeistern konnte. 
25. Juli 2018 Wir Menschen vertreiben das Gute aus unserem Leben, wo immer es geht. Selbst den Erlöser haben wir ans Kreuz geschlagen. Dieses größte aller Verbrechen gestehen wir nicht etwa ein, nein, wir halten uns noch etwas darauf zu Gute, wir deuten es in atemberaubender Weise um und behaupten: die Ermordung von Jesus Christus sei nicht nur nicht die Schuld des Menschen, nein, sie nehme im Gegenteil dessen Schuld hinweg. Das müsste ein Strafverteidiger von heute erst einmal hinkriegen!   

Kurts Blog Nr. 6 (ostwestfalen-akademie.de)
Bühne, 27. Juli 2018

Der zivilisierte Westen ist nach versönlichen Tönen und Friedensverträgen erleichtert. Warum? Weil er sich weiter der Ilusion hingeben darf, es werde nicht so heiß gegessen wie gekocht wird.

Kurts Blog Nr. 5 (ostwestfalen-akademie.de)
Bühne, 15. Juli 2018

War es nicht Marcuse, der gesagt hat, man könne aus der Geschichte nichts lernen außer dass man nichts aus ihr lernt? Man freut sich zu über das Händchenhalten mit Nord-Korea, wenn man vergisst, welchen Wert Verträge zwischen irren Schurken haben.

Kurts Blog Nr. 4 ostwestfalen-akademie.de)Bühn(e, 11. Juli 2018
Jan Ulrich braucht eine Therapie. Das raten alle guten Freunde. Was Jan Ulrich braucht, ist keine Therapie. Was er braucht, ist eine ordentliche Tracht Prügel, am besten dreimal täglich. Oder, besser noch: 90 Tage, 90 Meetings.   

Kurts Blog Nr. 3 (ostwestfalen-akademie.de)
Bühne, 2. Juli 2018

Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner möchte die Landwirte wegen der Dürre nicht im Regen stehen lassen. Das ist fast so schön wie die Bemerkung meines alten Oberstudienrates Nero sei brandaktuell.  

Kurts Blog Nr. 2 (ostwestfalen-akademie.de)
Bühne, 23. Juni 2018

Heute ist in Bühne Feuerwehrfest. Früh morgens spielt die Bühner Musik, geht von Haus zu Haus und lässt sich „einen einschütten“. Eben spielten sie – wie die Tradition es verlangt – beim Nachbarn „An meines Vaters Haus steht eine Linde“. Das spielten, sangen und hörten auch die Menschen im „Dritten Reich“. Diesen braven Menschen liefen dabei die Tränen herunter vor Rührung. Dieselben braven Menschen, die tatenlos zusahen, als Millionen ihrer Mitbürger beraubt, gequält, verschleppt und ermordet wurden. Wir dürfen das nicht vergessen, um HEUTE das Gebot der Liebe zu erfüllen, der Seelen im Himmel zuliebe, der Seelen der Täter und der Mitläufer. Die Seelen der Opfer sind schon erlöst, denn Gott ist mit ihnen ins Gas gegangen.

Kurts Blog Nr. 1 (ostwestfalen-akademie.de)
Bühne, 4. Juni 2018

Ich geh gern ins Kabarett. Da fühle ich mich immer so intellektuell.