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Hier kannst du die letzten drei oder vier Folgen von "Kurts Sonntagsblog" lesen, der an jedem Sonntag erscheint. Wenn du an jeden Sonntag vor, zum oder nach dem Frühstück den neuesten Blog lesen möchtest, schreibst du mir einfach eine Email. Ich nehme dich dann in meinen Verteiler auf.

Kurts Sonntags-Blog vom 2. Juni 2019 
Gestern habe ich im Warburger Baumarkt OBI ein paar Funkien für unseren Garten gekauft. Dabei ist mir das Wort „Gartenparadies“ aufgefallen. Warum stolpere ich über dieses Wort, mit dem OBI seine Gartenabteilung herausputzt? Das Paradies ist ein Garten, der Garten Eden nämlich, „Gartenparadies“ ist daher ein weißer Schimmel, ein schwarzer Rabe, ein tautologischer Pleonasmus. Die meisten Pleonasmen unserer Alltagssprache sind unauffällig wie das Gartenparadies und der Freidenker, oder auch lebenswichtige Vitamine und der echte Bienen-Honig. Zu Pfingsten backt die liebe Ehefrau einen Kuchen und vermengt dabei verschiedene Zutaten miteinander. Sie macht sich unnötig viel Arbeit, denn Zutaten werden niemals auseinander, sondern stets miteinander vermengt und verschiedene Zutaten müssen es auch sein, denn gleiche Zutaten wären keine Zutaten, sondern der homogene Grundstoff. Das Scheitern einer neuen Innovation oder einer ergriffenen Initiative ist ausnahmslos vorprogrammiert, denn nach dem Scheitern lässt es sich nicht mehr programmieren, sondern nur noch bedauern. Daher ist es besser, man wird vorgewarnt. Nachwarnungen sind kaum geeignet drohenden Schaden abzuwenden. Es hat ebenfalls keinen Sinn, von Voreinstellungenzu reden. Den hätte es nur, wenn es auch Nach-Einstellungen gäbe; die aber nennt man Korrekturen. Wenn bei einer Massenveranstaltung sehr viele Menschen erscheinen, spricht man vom ununterbrochenen Strom der Besucher. Ein Strom ist immer ununterbrochen, andernfalls handelt es sich um Tümpel oder Wasserpfützen. Wie aber steht es mit den Komposita Familiendrama und Ehetragödie?    

Kurts Sonntags-Blog vom 26. Mai 2019 
Warum kann ich mich für den europäischen Eintopf samt der übel schmeckenden ESC-Einlage nicht begeistern? Da ist einmal das Desaster von Bologna, bei dem unsere bewährten Diplom-Studiengänge und gewachsenen Bildungsideale gewissenlos untergepflügt wurden. Dann ärgert es mich, unter dem windschiefen EU-Dach mit Staaten zu hocken, die empörende Fehlentscheidungen treffen. Ich denke zum Beispiel an die sündhafte Weigerung Polens, mit Israel über die Herausgabe von Eigentum zu sprechen, das den Juden geraubt wurde. Ich denke an die schändliche Verleihung des niederländischen „European Cultural Foundation Princess Margriet Award“ an die ägyptische Schriftstellerin Ahdaf Soueif, die sich vor allem durch ihre fanatische Israel-Feindschaft hervorgetan hat. Ich denke auch daran, dass es der nekrotischen EU nicht gelungen ist und nicht gelingen wird, den Irrsinn der Zeitumstellung zu beenden. Napoleon und Hitler sind mit ihren Wahnideen von einem vereinten Europa unter ihrer starker Führung naturgemäß gescheitert. Was um alles in der Welt lässt uns glauben oder auch nur hoffen, die Flickschuster-EU ohne starke Führung könnte gelingen? Der Schweizer C. G. Jung hat erkannt: „Wenn hundert intelligente Köpfe zusammenkommen, ergibt das einen Schafskopf.“ Was kommt dabei heraus, wenn achtundzwanzig souveräne Staaten zusammenkommen? Mit einem Schafskopf könnte man sich noch anfreunden. Die EU ist aber eher eine geschlossene Anstalt, in der alle aufgeregt durcheinanderrennen und wählen dürfen, selbst die Schafe, die nicht mehr dazugehören wollen.  

Kurts Sonntags-Blog vom 19. Mai 2019 
Unser Erfolgsautor Rolf Mohr hat in „Mohr and More“, in seinen „Hinterschaffenslasten“, folgende bemerkenswerte Episode geschildert. Vorgesetzter P.: „Ich meine das so, wie ich es sage.“ Mohr: „Werden Sie das jetzt beibehalten, dass Sie uns immer darauf aufmerksam machen, wenn Sie etwas so meinen, wie Sie’s sagen?“ (Mohr and More, 2. Auflage, S. 114). An diese Episode musste ich denken, als ich das aufrüttelnde Bekenntnis des Jungsozialisten Kevin Kühnert vernahm: „Ich habe das sehr ernst gemeint, was ich formuliert habe“. Was Kühnert dem Spiegel verraten hat, berechtigt zu den größten Hoffnungen. Endlich ein Politiker, der meint, was er sagt! Und der uns auch noch darauf aufmerksam macht, dass er meint, was er sagt, denn davon darf man keinesfalls ausgehen. Man möchte gern annehmen, dass Kühnert es beibehalten wird, immer darauf aufmerksam zu machen, wenn er etwas sagt, was er meint. Er ist dabei, ein richtiger Politiker zu werden, also einer von denen, die „in aller Deutlichkeit“, „in aller Offenheit“ und „ohne Wenn und Aber“ sagen, was sie meinen, und meinen, was sie sagen oder was sie nicht sagen, obwohl sie es meinen oder auch nicht oder umgekehrt, kurzum: die dem arglosen Wähler ihre faustdicken Lügen mit treuherzigem Augenaufschlag vortragen. Ich erinnere an Jesaia 41,24: „Siehe, ihr seid nichts und euer Tun ist auch nichts und euch zu wählen ist ein Greul“.  

Kurts Sonntags-Blog vom 21. Juli 2019
Der Mai ist gekommen und die Bekloppten schwärmen aus, ziehen ihre Bollerwagen mit Schnaps, Bier und Transistorradio durch den wehrlosen Wald! Der Maibaum ist aufgestellt und es darf unter ihm gesoffen werden. Ich weiß nicht, welcher Geistesgestörte den  Einfall gehabt hat, man müsse die atavistischen Bräuche eines bajuwarischen Bergvolkes kopieren, weiß-blau verzierte Bäume aufstellen und später im Jahr „Oktoberfest“ genannte Sauforgien abziehen. Wer immer es war, es ist ihm damit gelungen, eine floride Massenpsychose auszulösen. Chapeau! Mit Gamsbart natürlich! Den Pelion auf den Ossa türmen allerdings erst die Mittelalter-Spektakel, die wie ein Magnet die schaulustigen Dorf- und Stadttrottel anziehen. Diese historischen Veranstaltungen sind ganz und gar nach Volkes Sinn und Geschmack. Man freut sich nicht darüber, dass die Mittelalter genannte Zeit der Armut, Grausamkeit und Gottlosigkeit der Vergangenheit angehört, nein, man sehnt sich vielmehr zurück nach den mittelalterlichen Formen der Freizeitgestaltung: nach Saufen, Fressen, Huren, Foltern, Verbrennen und Totschlagen. In Kürze gibt es wohl auch eine Neuauflage des seinerzeit so beliebten Ablasshandels. Ich lege schon einmal etwas Geld zurück.